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sächsische blicke
Werkkatalog Klaus K. G. J. Neumann-Breslau
WEITES LEUCHTEN
Sechs Jahrzehnte Malerei und Grafik
148 Seiten, Farbe, 21cm x 26cm, Softcover, 2016

ISBN 978-3-9814149-2-9
42,00 EUR

Die ersten 150 Kataloge wurden durch den Künstler nummeriert
und signiert.

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Inhalt
Vorwort der Herausgeber S. 3, Ein Wort zuvor. Harald Metzkes S. 5, Weites Leuchten. Kathrin Muysers S. 6, Selbstbefragung. K.K.G.J. Neumann S. 8, Bildteil I ab S.11, Gespräch des Großvaters mit seinem Enkel S. 38, Bildteil II ab S. 43

Aus: Vorwort der Herausgeber
Der Katalog versammelt Bilder von Klaus Karl Georg Josef Neumann aus mehr als einem halben Jahrhundert. Früh entbrannte seine Leidenschaft für die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten des Malens. Bereits als Jugendlicher nahm er ersten Zeichenunterricht. Er versucht den Dingen in ihrer Einfachheit auf die Spur zu kommen. Das Bild als Abbild von Wirklichkeit, die so sein kann oder ganz anders, interessiert ihn. Bei der bildtechnischen Umsetzung seiner Motive legt er besonderen Wert auf handwerkliches Können. Sein Ziel ist das Einfangen des besonderen Moments in seiner einfachen Schönheit, Bizarrerie und manchmal auch in seinem abgründigen Zauber.
Neumann wurde 1936 in Breslau geboren. Zu Kriegsende flüchtete die Familie gen Westen und strandete in Bautzen. Später nahm er Zeichenunterricht bei dem Bautzener Maler Harald Metzkes, mit dem ihn bis heute eine tiefe Freundschaft verbindet.
Der Versuch, ein Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste aufzunehmen, musste an der Aussichtslosigkeit scheitern, einen der wenigen begehrten Studienplätze gegen die längst gesetzten Kader aus der politischen Nomenklatur erringen zu können. Diese bittere Erkenntnis führte zu einer über einjährigen Pause in der künstlerischen Tätigkeit Neumanns – letztlich jedoch besiegte wohl der ihm innewohnende Schaffensdrang diese resignative Lähmung. Derartige Unterbrechungen, ja selbst größere künstlerische Brüche, würden nun in seinem gesamten Œuvre nicht wieder zutage treten.

Aus: Weites Leuchten von Kathrin Muysers
"Um ein guter Maler zu sein, braucht es vier Dinge: Weiches Herz, feines Auge, leichte Hand und immer frischgewaschene Pinsel.“ Es ist nicht bekannt, ob Dr. Klaus Neumann dieses Anselm Feuerbach (1829-1880) zugeschriebene Zitat kennt – aber wer den dieser Tage sein 80. Lebensjahr Feiernden kennt, weiß, wie trefflich es ihn beschreibt. (…)
Im Vorfeld dieser Publikation wurde vermutlich so manches Dickicht gerodet, indem lange Verborgenes ausgepackt, entstaubt und mit neuen Augen betrachtet wurde. So ist vielleicht der Titel „Weites Leuchten“ zu verstehen: eine Lebenskraft, wie sie seit sechs Jahrzehnten aus den Bildern in unsere Gegenwart hinüberstrahlt und nicht nur ein Menschenleben beleuchtet, sondern auch Zeiten und Zeitläufe. (…)
Diese scheinen auf in den vielen Landschaften, die auf zahlreichen Reisen entstanden sind. Ein Aquarell, das die Dünen am Meer der Kurischen Nehrung zeigt, besteht im Eigentlichen nur aus zwei Farben (Gelb und Blau), zwei Farbfeldern (Himmel und Erde) und zwei Farbwerten (Hell und Dunkel). Man fühlt sich an Picasso erinnert, der meinte: „Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. Es gibt aber andere, die dank ihrer Kunst und Intelligenz einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln können.“ (…)
Es sind aber nicht (nur) die malerischen Ecken mit ihren tausendfach reproduzierten Ansichtskartenmotiven, die Klaus Neumann interessieren. Es zog ihn in jüngerer Zeit ebenfalls an den sich verändernden Dresdner Neumarkt. Doch anstatt zu werten, indem er immer wieder nur bereits als bildwürdig Etabliertes abbildet, fängt er die sich rapide wandelnde Baustelle rund um den Jüdenhof ein und macht damit den stets nur temporären Charakter jeglichen Städtebaus deutlich. (…)


VON GOETHE BIS GRASS
Herrnhuter in der Literatur
Ein Lesebuch herausgegeben von Peter Vogt
320 Seiten, 40 Abb., 21cm x 14,8cm, Gewebeband, 2016

ISBN 978-3-9814149-1-2
29,90 EUR

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Ein Buch voller literarischer Geschichten, die ein Bild der kulturellen Ausstrahlung der Herrnhuter Brüdergemeine von der Goethezeit bis in die Gegenwart zeichnen. Ein Lesebuch mit 40 Texten von 37 Autoren aus 15 Ländern und 220 Jahren – zusammengestellt, eingeleitet und herausgegeben von Peter Vogt. Mit einem Nachwort von Hartmut Lehmann.

Aus der Einleitung des Herausgebers:
Bewusst ist dieser Band als »Lesebuch« konzipiert, als eine Sammlung literarischer Texte, aus denen die unverwechselbare Stimme ihrer Autorinnen und Autoren erklingt und bei denen sich Leserinnen und Leser mit ihrer Fantasie und Vorstellungskraft angesprochen und herausgefordert finden. Wir erfahren bei Hermann Kant, was es mit dem Herrnhuter Hut auf sich hat, und bei Gottfried Keller, welche unglücklichen Folgen das sogenannte Ehelos haben kann. Therese Huber erzählt von der Tochter eines verarmten Herrnhuter Webers, die unter dem Verdacht einer unehelichen Schwangerschaft in die Welt hinauszieht, und bei Alexander Kielland hören wir von einer herrnhutischen Witwe, die mit frommen Ambitionen einen alten Schiffskapitän umgarnt. Zweimal tritt Graf Zinzendorf auf den Plan: Bei Hermann Hesse begegnet er dem Studenten Josef Knecht in Tübingen, bei Jόzef Ignacy Kraszewski dem königlichen Hofpagen Heinrich von Brühl auf einer Lichtung im sächsischen Forst. Wir werden hineingenommen in die Welt liebenswerter und skurriler Herrnhuter Persönlichkeiten: So begegnen uns beispielsweise Tante Schorlemmer und Schuster Rindfleisch, der umständliche Dr. Herzenstube und der cholerische Verleger Friedel Wuttke, der ungehobelte Reiseprediger Nathanael Schwarz und der schrullige Apotheker Tobias Hirte. Goethes »Schöne Seele« erzählt aus ihrem Leben, die schöne Luise Fintelmann hält sich vornehm im Hintergrund, der Komponist Johann Friedrich La Trobe, der vom Geheimdienst des russischen Zarenreichs angeworben wurde, sieht sich vor einen ethischen Zwiespalt gestellt...


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Aini Teufel
EINE GRÄFIN AUF PILGERSCHAFT
Erdmuth Dorothea von Zinzendorf in ihren Reisetagebüchern
296 Seiten, 53 Abb., 15cm x 21cm, Hardcover, Fadenheftung, 2014

ISBN 978-3-9814149-7-4
34,00 EUR

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Fast ein Jahrhundert lang hat sich niemand mehr so intensiv mit Schriftzeugnissen der Erdmuth Dorothea Gräfin von Zinzendorf auseinandergesetzt wie Aini Teufel. Um ein lebendiges Bild der „Gräfin auf Pilgerschaft“ zeichnen zu können, waren tiefgehende Quellenstudien nötig. Aini Teufel begnügte sich bei der Recherche nicht mit den Arbeiten vorhergehender Autoren, wenngleich sie ihre Erfahrungen nutzte. Reisetagebücher aus dem 18. Jahrhundert mussten gelesen und transkribiert werden, um den Erlebnissen und Gedanken Erdmuth Dorotheas näher zu kommen. Dieser anstrengenden wie auch ergreifenden Mühe hat sich die Autorin unterzogen.
Im Mittelpunkt des vorliegenden Buches stehen die Reisen der Erdmuth Dorothea von Zinzendorf. Sie unternahm sie im Auftrag der Herrnhuter Brüdergemeine, als deren Begründer ihr Ehemann Nikolaus Ludwig gilt. Was sie erlebte, hielt sie in Tagebüchern, sogenannten Reisediarien, fest. Dazu zählen nicht nur ihre Reisestationen – Orte, die sie aufsuchte, Menschen, denen sie begegnete. Vielmehr berichtet sie dem aufmerksamen Leser über Ängste und Zweifel, aber auch Freude und Glück, Heimweh und Sehnsucht nach ihren Kindern, ihr Vertrauen auf den richtigen Weg, den der HERR ihr weisen sollte, die Hoffnung, ihre Familie bei ihrer Rückkehr wohlbehalten vorzufinden.
Erdmuth Dorothea von Zinzendorf unternahm diese Reisen nicht aus eigenem Antrieb. Sie sah sich als Dienerin ihres Heilandes und der Gemeinschaft, der sie angehörte. Sie wurde mit Aufträgen entsandt, welche oft den Männern nicht gelingen wollten. Sie vermittelte, half, unterstützte. Sie traf auf Gleichgesinnte und Widersacher, Freunde und Feinde eines pietistischen Herz- und Tatchristentums Herrnhuter Prägung.
Der Autorin gelingt ein eindrucksvolles Portrait einer besonderen Frau. Einfühlsam spiegelt sie die Gedanken- und Gefühlswelt der Erdmuth Dorothea von Zinzendorf. Sie lässt sich dabei einerseits von den Worten Erdmuth Dorotheas leiten, andererseits vertraut sie ihrer eigenen Erfahrung und Menschenkenntnis. Dadurch eröffnet die Autorin den Kosmos einer Frau im 18. Jahrhundert auf eine ganz eigene und weibliche Weise.

Ehrenurkunde Sächsischer Landespreis für Heimatforschung 2015
für die Autorin Aini Teufel


Download Rezension:
Dresdener Neueste Nachrichten, Montag, den 01.12.2014


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Robert Langer
EINE SÄCHSISCHE GELEHRTE
Ermahnungen zu einem tugendhaften Leben in Bildungsbriefen der
Henriette Catharina von Gersdorff
332 Seiten, 65 Abb., 20cm x 22cm, Klappenbroschur, 2013

ISBN 978-3-9814149-6-7
48,00 EUR

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Damals wie heute erscheint kaum eine Aufgabe dringlicher, als sich mit den Grundlagen menschlichen Miteinanders zu beschäftigen. Zudem gilt es, nach Möglichkeiten gleichwertiger Partizipation an Bildung zu suchen und sie der nächsten Generation, reflektiert und an die gesellschaftlichen Gegebenheiten angepasst, weiterzugeben.
Exemplarisch dafür stehen zwei neu entdeckte Bildungsbriefe Henriette Catharina von Gersdorffs (1648-1726), einer über die Grenzen Sachsens hinaus berühmten Gelehrten. Diese unerforschten Schreiben werden in der vorliegenden Untersuchung erstmalig philosophisch-hermeneutisch interpretiert.
Die Texte der Protagonistin werden in eine annähernd 2000-jährige Tradition von Bildungsschriften gestellt – u.a. von Cicero über Ambrosius, Erasmus von Rotterdam, Anna Maria van Schurman bis zu August Hermann Francke.
Der Autor nähert sich der Gedankenwelt Henriette Catharina von Gersdorffs. Die bisherige Sicht auf die fromme, tatkräftige Frau wird um die gebildete, verantwortungsvolle Mutter erweitert. Dabei prägte die christlich-abendländische Überlieferung ihren Tugendbegriff ebenso wie Frömmigkeit ihre Erziehung und Bildung ihr Selbstverständnis als weibliche Gelehrte. Die sächsische Gelehrte steht für eine Frau, die sich der Möglichkeiten und Beschränkungen ihrer Zeit bewusst war. Gleichzeitig lassen ihr Denken und Agieren erkennen, dass Tradition neben Bewahren immer auch Aufbrechen bedeutet.


Robert Langer, Měrćin Wałda/Martin Walde
VIELFALT IST SACHE EINES GANZEN
Überlegungen zum Miteinander der Kulturen
Enthält das letzte Interview mit dem sorbisch-deutschen Schriftsteller Jurij Brězan (1916-2006) mit DVD

136 Seiten, 100 Abb., DVD
Format 21cm x 27cm, Hardcover

ISBN 978-3-9814149-0-5
19,90 EUR

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Vielfalt ist Sache eines Ganzen.
Jurij Brězan (1916-2006) gilt als der bedeutendste sorbische Autor des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich für das Sorbische als Teil eines kulturellen Ganzen ein. Dabei schöpfte er nicht nur aus seiner Erfahrung in unterschiedlichen politischen Systemen – Kaiserreich, Weimarer Republik, Drittes Reich, DDR, BRD –, sondern auch in unterschiedlichen Kulturen – der sorbischen und deutschen – und unterschiedlichen Sprachen – dem Sorbischen und dem Deutschen.
Mit diesem Buch liegt nun das letzte Interview mit dem zweisprachigen Schriftsteller Jurij Brězan vor. Im Jahr seines 95. Geburts- und 5. Todestages wird es in doppelter Weise veröffentlicht. In gedruckter Form steht es im Mittelpunkt der Überlegungen zum Miteinander der Kulturen. Die inliegende DVD präsentiert in Auszügen das Gespräch als letztes Bild- und Tondokument.
Die beigegebenen Texte beinhalten Überlegungen zum Themenkomplex Kultur. Sie untersuchen das Verhältnis zwischen Minderheiten und Mehrheiten, Multikulturalität und politisch-korrektem Denken. Darüber hinaus interessiert der Zusammenhang von Kultur, Identität und Wahlfreiheit. Die Texte stellen Fragen, Fragen als reflexives Mittel der Annäherung und Selbsterkenntnis. Was ist Kultur, was sind Kulturen? Wie gestaltet sich gesellschaftliches Zusammenleben? Verliert man etwas, wenn man auf der anderen Seite etwas hinzugewinnt?
Es ist kein Buch über Jurij Brězan. Aber es ist eines mit ihm.

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Artikel auf sciencegarden
Artikel auf Youtube Interview mit Schriftsteller Jurij Brězan


WENDEN?
Kurzfilm (DVD)

ISBN 978-3-9814149-5-0
12,90 EUR

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Wenden? ist ein künstlerisch-dokumentarischer Kurzfilm. Der Titel stellt eine doppelte Frage und verweist darauf, dass die Handlung in eine Region eingebettet ist, die sowohl durch das Volk der Wenden/Sorben als auch von gesellschaftspolitischen und ökonomischen Wenden/Veränderungen geprägt ist.
Der Film zeigt Szenen des dörflichen Alltags einer Familie und offenbart, dass ein in Traditionen eingebettetes Leben jenseits folkloristischer Feste existiert.
Die Rolle des Beobachters wird dabei einer Fremden zuteil. In einer zunehmend interkulturellen Gesellschaft werden Begegnungen zwischen fremdem und einem der Tradition entspringenden Leben möglich. Dazu sind Neugier, Interesse und Austausch an kulturellen Eigenheiten nötig. Was entdeckt der fremde Blick? Welche Vielfalt birgt Tradition? Wie fügt sich Neues in Bekanntes ein, wie Veränderung in Gewohnheit? Welchen Fundus, welche Möglichkeiten bietet Tradition für das interkulturelle Zusammenleben? – Fragestellungen, die dem filmischen Essay zugrunde liegen.

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